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Übersetzen - Eine Kunst für sich

Übersetzung gibt es schon lange, Schrift und verschiedene Sprache, Mensch wollte den anderen Menschen verstehen. Publikationen, Gutenberg und schon war die Übersetzung wichtig geworden. Berühmteste Übersetzung immer noch: Die Bibel, übersetzt von Martin Luther. In der heutigen Zeit sind Übersetzungen wichtiger als je zuvor. Durch die Globalisierung werden unsere wirtschaftlichen Strukturen immer enger mit Ländern aus aller Welt verwoben und geschäftliche Beziehungen werden geknüpft. Die Erreichbarkeit durch das Internet ermöglicht die unkomplizierte Zusammenarbeit mit Menschen überall in der welt. Wenn Sie aber einen Vertrag mit Ihrem Geschäftspartner schließen möchten, müssen Sie eine fachgerechte Übersetzung dieses Vertrags in die Sprache des Partners oder in Ihre eigene haben, denn sonst sind Mißverständnisse vorprogrammiert. Und können ziemlich teuer werden.

"Quasi dasselbe mit anderen Worten."1 So lautet der Titel eines Werkes von Umberto Eco zum Thema übersetzen, erschienen im Jahr 2006. Er deutet bereits auf das Problem des Übersetzens hin: Es ist quasi derselbe Text, aber mit anderen Worten. Und demzufolge auch mit einem Unterschied zum Originaltext.
Eine Übersetzung zielt immer darauf hin, einen Text so genau wie möglich in eine andere Sprache zu übertragen. Da in dieser anderen Sprache jedoch andere grammatikalische Konstruktionen und Satzstrukturen verwendet werden, ganz abgesehen von einer anderen Verwendung des entsprechenden Vokabulars, ist eine 100%ige Übereinstimmung nicht möglich. Daraus folgt, daß es auch Die Eine Gültige Übersetzung nicht gibt - Sprache ist dynamisch und nicht so leicht in Formeln zu pressen, wie etwa Mathematik. Man kann sich immer wieder über die beste Formulierung streiten, und sobald Sie mehr als einen Übersetzer mit einem Text beauftragen, wird auch genau das passieren.

Der Verwendungszweck

Der wichtigste Faktor bei der Arbeit des Übersetzers ist der Verwendungszweck einer Übersetzung. Eine Fachübersetzung folgt in erster Linie einem sehr praktischen Zweck: Eine Gebrauchsanweisung muß dem Kunden möglichst genau erklären, wie ein Gerät zu benutzen ist. Innerhalb der Technik gibt es bereits Unterschiede: Ein Text für einen technisch spezialisierten Menschen wird anders aufgebaut sein, als ein Text für einen Konsumenten, und zwar nicht nur in der Verwendung der Fachbegriffe, sondern auch in seiner Komplexität. In beiden Fällen ist der Inhalt wichtiger als die Sprache, die technische Sachlage muß so genau wie möglich beschrieben werden.

Eine ganz andere Angelegenheit ist die Übersetzung von Marketingtexten wie Produktbeschreibungen, Broschüren oder gar Werbetexten. Diese Texte sollen eine Wirkung haben, und diese zielt auf den Leser des Textes.

Und hier stoßen wir auf das Dilemma des Übersetzers: Zum einen soll der Text möglichst genau dem Ausgangstext entsprechen, zum anderen muß er die Anforderungen des Lesers des zielsprachlichen Texts erfüllen. Da die technische oder medizinische Fachübersetzung nicht so sehr auf Stil, Ausdruck und andere sprachliche Mittel fokussiert ist wie die literarische, rückt das Zielpublikum mehr in den Fokus der Übersetzung. Anders bei einem Vertrag, wo der Übersetzer seinen Fokus darauf legt, die Formulierung in der Zielsprache so detailgetreu wie möglich an den Ausgangstext anzupassen, um keinen Raum für Interpretierbarkeit zu lassen, wo im Ausgangstext keiner war.

1 Umberto Eco: "Quasi dasselbe mit anderen Worten. Über das Übersetzen." Hanser, München 2006.
Problematik [Bearbeiten] Doppelte Bindung [Bearbeiten] Das Kernproblem bei der Übersetzung war und ist das Problem der „doppelten Bindung“ des Übersetzers. Der Zieltext soll gleichzeitig eine erkennbare Rückbindung an den ausgangssprachlichen Text besitzen und die Anforderungen des Lesers des zielsprachlichen Textes erfüllen. In dieser doppelten Bindung liegt der Ursprung der Begriffe der rückwärts oder vorwärts (ausgangs- bzw. zielsprachlich und -kulturell) orientierten Übersetzung. Entweder sollen dem Leser der Übersetzung die charakteristischen Eigenschaften der Ausgangskultur und -sprache nahegebracht werden, oder er soll mit einem in der Zielkultur und -sprache unauffälligen bzw. seinen Zweck gut erfüllenden Text versorgt werden. In der literarischen Übersetzung kann sich beispielsweise eine grammatische Struktur der Ausgangssprache als sehr charakteristisch für den Stil des Ausgangstextes herausstellen, durch eine wörtliche Übertragung würde im Zieltext jedoch ein auffällig vom gewohnten Sprachgebrauch abweichender Stil entstehen, der den Leser irritiert. Subjektivität [Bearbeiten] Beim Übersetzungsvorgang sind stets subjektive Faktoren beteiligt: * bei der Entscheidung des Übersetzers zwischen Zieltextvarianten * durch Gebundenheit des Übersetzers an kulturelle und soziale Hintergründe * durch Rezeption und Interpretation des Ausgangstextes (vgl. Hermeneutik) * durch unterschiedliche methodisch-technische Vorentscheidungen für den Analyse- und Beurteilungsprozess * durch die Meinung des Übersetzers (über Funktion, Zweck und Strategie der Übersetzung) Die Übersetzung ist von jeher ein Thema der Hermeneutik, der Sprachphilosophie und der Erkenntnistheorie. Die Hermeneutik thematisiert das Phänomen der Übersetzung als Erfahrung von Distanz und Andersartigkeit (Alterität). Auch der für die Hermeneutik so wichtige Umgang mit Überlieferung und Tradition schließt oft die Notwendigkeit der Übersetzung ein. Dabei haben verschiedene Philosophen darauf aufmerksam gemacht, dass der Übersetzer stets in seinem eigenen Horizont steht, in den er das Produkt seiner übersetzerischen Bemühungen einordnen muss. Ein bloßes Übertragen des Textinhaltes von der Quell- in die Zielsprache ist daher nicht möglich. Der Übersetzer muss sich entscheiden, ob er den notwendigerweise fremdartigen Text an die eigene Sprache angleicht und dessen Fremdartigkeit so zu verdecken versucht, oder ob er diese Fremdartigkeit gerade mit den Mitteln der eigenen Sprache nachbilden möchte. Beide Verfahren sind legitim, eine Entscheidung, welche Version „näher“ am Original ist, lässt sich nicht allein durch Verweis auf die Textgrundlage fällen. Zur Frage der grundsätzlichen Übersetzbarkeit, also der Möglichkeit einer „Inhaltsübertragung“, vertritt etwa Quine die These von der Unbestimmtheit der Übersetzung[1], die besagt, dass zwischen mehreren möglichen Übersetzungsvarianten keine objektive Rangfolge festgelegt werden kann und dass Sprache im Allgemeinen stets nur im Kontext der Erfahrung interpretierbar ist. Sowohl in der Translatologie als auch in der Übersetzungspraxis wird von einer grundsätzlichen Übersetzbarkeit zwischen natürlichen Sprachen ausgegangen, die sich zumindest auf den propositionalen Gehalt einer Äußerung, wenn auch möglicherweise nicht auf jede konnotative Bedeutung erstreckt. „[Es] zeigt sich, dass in natürlichen menschlichen Sprachen im Prinzip alles ausgedrückt werden kann. Wenn es für bestimmte Begriffe oder Konzepte keine eigenen Lexeme gibt, so können sie auf andere Weise ausgedrückt werden, durch morphologische Strukturen oder Umschreibung, Paraphrase bzw. Rückgriff auf andere Konzepte“[2]. In der Sprachphilosophie ist das Problem der Übersetzung aufgrund der These von Interesse, dass sich das Wesen von Sprache, Bedeutung und Sinn gerade beim Übergang von einer Sprache in eine andere ergründen lässt.

Weiterführende Artikel:

- Online-Übersetzungen
- Geschichte der Übersetzung